Sicherheit von Passwörtern (auf Anbieterseite)

In diesem Artikel soll es nicht um die Sicherheit von Passwörtern im Sinne ihres eigentlichen Wertes gehen. Sondern vielmehr über die Sicherheit von Passwörtern durch den Umgang mit ihnen durch Onlineportale.

Ich persönlich nutze aktiv mehrere Passwörter die sich in ihrer Sicherheitsstufe und dementsprechend ihrem syntaktischen Aufbau unterscheiden. Notwendig ist das für mich unter anderem deshalb, weil Onlinedienste teilweise drastisch nachlässig bezüglich Security sind.

Warum? Hackerangriffe mit Diebstahl von Userdaten mit teilweise unverschlüsselt gespeicherten Passwörtern sind hierbei nur das offensichtlichste Problem. Hat jemand z.B. im Webshop X meine Anmeldedaten geklaut, möchte ich nicht, dass er sich anschließend mit denselben Daten auch noch in mein E-Mailpostfach einloggen kann.

Daher liste ich jetzt einfach mal ein paar Indikatoren auf, die darauf hinweisen, dass das Passwort bei dem entsprechenden Anbieter vielleicht nicht besonders gut aufgehoben ist.

Sicherheit 0: Passwort wird unverschlüsselt auf dem Server gespeichert. Meistens bekommt man davon leider nichts mit. Allerdings handeln manche Anbieter wenigstens konsequent blöd und senden einem nach der Registrierung auch noch eine Bestätigungsemail mit dem Passwort im Klartext zu. Finger weg von solchen Portalen oder individualisierte Passwörter jeweils nur für ein derartiges Angebot verwenden!

Fahrlässiger kann Umgang mit Passwörtern fast nicht sein.

Fahrlässiger kann Umgang mit Passwörtern fast nicht sein.

Sicherheit 1: Bei der Registrierung müssen “Sicherheitsfragen” beantwortet werden, damit im Notfall das Passwort zurückgesetzt werden kann. Nur leider wissen einige Personen, wie mein Haustier heißt oder was meine erste Wohnadresse war. Angreifer aus dem persönlichen Umfeld haben es hier leicht.

Andere Fragen ermöglichen es aber selbst unbekannten dritten den Account zu hacken: die Farbe meines ersten Autos beschränkt sich auf eine Handvoll Möglichkeiten und die Wahrscheinlichkeit das der Mädchennamen meiner Mutter Müller oder Maier ist, ist hoch.

Sicherheit 2: Beim Anmeldevorgang werden Benutzername und Passwort einzeln geprüft. Wenn ein Angreifer einen Account hacken möchte und die Meldung “Falsches Passwort” erhält, weiß er zumindest schonmal, dass der Username korrekt ist. Die Wahrscheinlichkeit einer Accountübernahme ist nun erheblich höher, da nun “nur noch” das Passwort herausgefunden werden muss.

Total bescheuert (sorry) vorne mit dabei ist hier Facebook, die dann zusätzlich sogar meinen echten Namen und mein Profilbild anzeigen. Geniales Feature (ich weiß nur nicht für was).

Nett: potentielle Hacker sehen gleich mein Profilbild und Klarnamen.

Nett: potentielle Hacker sehen gleich mein Profilbild und Klarnamen.

Sicherheit 3: Hier kann selbst ich einigermaßen Vertrauen dem Betreiber entgegenbringen: nach einem fehlerhaften Versuch erhält man lediglich die Meldung “Falsche Anmeldedaten”. Der Angreifer weiß nun nicht, ob der Account überhaupt existiert.

Google macht es mal wieder vor, wie es richtig wäre.

Google macht es mal wieder vor, wie es richtig wäre.

Wie man sieht, nützt selbst das beste Passwort nichts, wenn die Gegenseite grob fahrlässig damit umgeht. Bisher bin ich mit meinem System ganz gut gefahren. Zweimal wurden Accountdaten von mir geklaut (wordpress.com und Adobe) – und zweimal hatte ich keinen Stress dabei, da ich diese Passwörter nicht bzw. nur sehr begrenzt wiederverwendet hatte.

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Ein kleiner Fotobuchtest

Wie ich bereits im ersten und zweiten Teil meiner kleinen Fotobuch-Reihe geschrieben habe, hatte ich die Möglichkeit ein Fotobuch von Saal Digital zu testen. Da es sich hierbei sowieso um meinen Standard-Anbieter handelt und ich keine weiteren Vorgaben zu diesem Artikel erhalten habe, nahm ich die Gelegenheit natürlich wahr und erstellte ein Fotobuch zum einjährigen Geburtstag meiner Tochter.

Saal Fotobuch: 28x28cm, Hardcover matt, Seiten matt.

Saal Fotobuch: 28x28cm, Hardcover matt, Seiten matt.

Software / Direktupload

Zur Software kann ich leider nichts weiter sagen, da ich einen “indirekten” Direktupload verwende. Man ist nämlich nicht (im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern) auf die Software angewiesen, sondern kann – dank pixelgenauer Angaben zu den Abmessungen - die Fotobuchseiten in eigenen Tools (Photoshop, FotoFusion, etc)  erstellen und als PDF hochladen.

Ich erstelle meine Fotobücher mit FotoFusion, exportiere JPGs und lasse diese durch die Saal Software automatisch als Hintergrundbilder formatfüllend in alle Seiten einfügen. Dafür taugt die Software allemal.

Bestellvorgang

Ein paar Klicks zur Konfiguration (Cover: Glanz / Matt, Seiten ebenso) und das Buch wird hochgeladen und ist bestellt. Schade: in der Bestellbestätigung per E-Mail findet sich nicht der selbstgewählte Buchname. Ist mir immer wichtig wenn ich nachschauen möchte mit welchen Optionen ich das Fotobuch X nochmal bestellt hatte.

Positiv: detaillierter Status der Bestellung

Positiv: online findet sich ein detaillierter Status der Bestellung

Lieferzeit / Verpackung

Meine Saal Fotobücher wurden mir bisher immer zwei Tage nach der Bestellung per DHL geliefert. Schneller geht es glaube ich kaum.

Jedes Fotobuch ist einzeln in Folie eingeschweißt und zusammen im Paket mit Schutzecken und Polsterfolie versehen. Wäre jedes Fotobuch einzeln mit Schutzecken bestückt, dann würde ich mich auch beim einzelnen Weitertransport zu Beschenkenden sicherer fühlen.

Qualität

Die Fotobuchqualität ist einwandfrei. Wert legte ich bei der Auswahl des Anbieters auf zwei Faktoren: Belichtung (kein Druck) und plane Doppelseiten (kein Falz in der Mitte).

Ohne störenden Falz können Bilder auch mal über die Mitte gehen.

Ohne störenden Falz können Bilder auch mal über die Mitte gehen.

Meine Bücher lasse ich auf mattem Fotopapier entwickeln, Hochglanzbilder wirken schnell mal billig und sind für Portraits gänzlich ungeeignet. Außerdem ist mein Fotobuch relativ unempfindlich gegenüber Fingerdadschern (da fällt mir nichts hochdeutsches dazu ein ;) – Fingerabrücke sind vielleicht eine Teilmenge von Fingerdadschern).

Bei Saal besteht eine Seite aus zwei (Vorder- und Rückseite) miteinander verklebten Fotopapieren. Hierdurch sind die Seiten schön stabil, schwer und fühlen sich wertig an.

Die Farben sind “echt” und es gibt auch keine sichtbaren Pixel / Raster wie bei gedruckten Büchern.

Schöne Farben und kein Raster sichtbar.

Schöne Farben und kein Raster sichtbar.

Der Kundenservice ist sehr gut, da bei meinem vorletzten Fotobuch ein kleiner Belichtungsfehler auf einer Seite war und ich nach kurzem Telefonat und Foto des Fehlers ein komplett neues Buch zwei Tage später in den Händen hielt.

Gesamteindruck

Das vielleicht beste Fotobuch auf dem Markt? Nein.

Da gibt es z.B. die Fotobücher von Fotoexakt (ehemals FC-Prints) die mit meinem Hochzeitsalbum das beste Produkt abgeliefert haben was ich bisher gesehen habe. Aber der Preis mit 188 Euro ist halt auch mehr als fünfmal so hoch wie das bei Saal Digital für 34 Euro (bei jeweils 40 Seiten).

Es gibt teurere Bücher die eine wesentlich schlechtere Qualität haben – sei es wegen der Materialien oder produktionsbedingt. Und die High-End Bücher mit in Italien handgeschöpften Papieren (tatsächlich) kommen für mich sowieso nicht in Frage.

Daher würde ich sagen: Saal ist für mich das beste Fotobuch – seit Jahren und nicht erst seit diesem Test ;)

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Design eines Fotobuchs

Warum ich aktuell ein Fotobuch erstelle und wie man am besten die Bilder hierfür auswählt habe ich bereits im letzten Artikel beschrieben. Nun geht es um das eigentliche Design der einzelnen Fotobuchseiten.

Format. Hochformat kommt für mich nicht in Frage, ich möchte schließlich keine Zeitschrift publizieren.
Ich möchte eine Doppelseite als Ganzes für sich sprechen lassen, zwei unterschiedliche Themen oder Hintergrundbilder auf einer aufgeschlagenen Doppelseite kommen daher für mich nicht in Frage, da es sofort unruhig wirkt und das Auge des Betrachters ablenkt.
Daher sollte die Breite “der einen Seite” (aufgeschlagene Doppelseite) nicht übermäßig die Höhe des Fotobuchs dominieren. Querformat, welches aufgeklappt normalerweise ein Seitenverhältnis von 3:1 oder gar 4:1 hat, scheidet somit aus.
Am nähesten ans (35mm Format angelehnte) Seitenverhältnis von 3:2 (in dem auch alle meine Bilder vorliegen) kommt daher ein quadratisches Format, bei dem eine Doppelseite entsprechend ein 2:1 Format hat.

2:1 als perfektes Fotobuchformat um auch ein einzelnen Bild auf einer Doppelseite wirken zu lassen.

2:1 als perfektes Fotobuchformat um auch ein einzelnes (Kapitel-) Bild auf einer Doppelseite wirken zu lassen.

Größe. Ich möchte im Notfall zwei Hochkantfotos übereinander haben. Weniger als 30cm Seitenlänge würde in eine Briefmarkensammlung resultieren. So hätte ich dann fast das analoge Standardbelichtungsformat 10×15.

Bilderanzahl. Auf einem Blick kann man maximal sieben Gegenstände ohne nachzuzählen erkennen. Das versuche ich auch mit den Bildern auf einer Doppelseite einzuhalten.

Anordnung der Bilder. Ich empfinde symmetrischen Aufbau ansprechend und unanstrengend für den Betrachter.

Eine Doppelseite mit wenigen Bildern die symmetrisch angeordnet sind.

Eine Doppelseite mit wenigen Bildern die symmetrisch angeordnet sind.

Hintergrund. Sollte zu den Bildern passen, nicht ablenken. Daher nehme ich grundsätzlich ein auf der Seite vorhandenes Bild (ohne eines, welches vorhanden sein könnte) als Hintergrund und mache es unscharf (Blur-Faktor 0,3 bis 0,4). Somit ist das Hintergrundbild garantiert farblich passend und das Muster findet sich auf der Seite wieder.

Effekte. Danke nein. Naja, fast nein. Weißer Rahmen und leichter Schattenwurf, damit die einzelnen Bilder sich etwas vom Hintergrund abheben.

Die wenigen Effekte die ich Fotobüchern hinzufüge, die aber die Bilder vom unscharfen Hintergrund deutlicher hervortreten lassen.

Detailausschnitt: die wenigen Effekte, die ich Fotobüchern hinzufüge, welche aber die Bilder vom unscharfen Hintergrund deutlicher hervortreten lassen.

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Sichtung und Auswahl von Fotos

Ich bekam die Möglichkeit bei meinem langjährigen Fotobuchhersteller Saal Digital ein Fotobuch zu testen. Ich erhalte einen 30 Euro Gutschein für das Testobjekt und im Gegenzug werde ich hier im Blog einen Erfahrungs- und Testbericht schreiben.

Der Gutschein ist natürlich unabhängig von den Ergebnissen und der Artikel wird auch nicht vorher “kontrollgelesen”, auch sonst habe ich völlige Narrenfreiheit ;) Ich nutzte einfach die Chance, da ich sowieso ein neues Fotobuch erstellen wollte. Jetzt aber unter zeitlichem Druck: der Gutschein gilt begrenzte Zeit.

Und somit zum eigentlichen Thema: der Bilderauswahl für ein Fotobuch.

Aus den letzten drei Urlauben habe ich im Schnitt jeweils etwa 3.000 Bilder mitgebracht. Bei der Anzahl der zeigenswerten Bilder unterscheide ich in Fotoshow zuhause (150 bis 250 Bilder), Fotobuch (100 bis 150 Bilder (1 bis 5 Bilder pro Doppelseite) und Fotoshow im Web (etwa 30 Bilder).

Die schnellste und effektivste – aber auch die sauberste – Art, Bilder für das Projekt auszuwählen, ist für mich die iterative Besternung der Fotos. Hierbei schaue ich mir in einer ersten Runde R(1) jedes einzelne Foto kurz an und alles was ich für grundsätzlich nicht schlecht empfinde, bekommt einen Stern.

Für die nächsten Runden R(n+1) schaue ich mir alle Bilder mit n Sternen an und diejenigen die ich für besser als die anderen halte, erhalten n+1 Sterne. Ab drei Sternen achte ich allerdings auch darauf, dass ich aus jedem zeigenswerten Kontext mindestens ein Bild mit in die nächste Runde nehme, auch wenn es technisch oder gestalterisch vielleicht nicht mit den Bildern anderer Kontexte mithalten kann.

Screenshot Lightroom: 12 bewertete Bilder von insgesamt 251 Schildkrötenfotos.

Screenshot Lightroom: 12 bewertete Bilder von insgesamt 251 Schildkrötenfotos.

Im Gegenzug achte ich darauf, dass ich aus jedem zeigenswerten Kontext auch nicht unbedingt mehr als ein Bild in die letzte Runde mitnehme. Für mich persönlich mag es absolut sehenswert sein, wenn ich ein Bild A mit einer fressenden Galapagos Riesenschildkröte im tiefen Gras habe und Bild B mit einer anderen, dafür schlafenden Riesenschildkröte am Wasser. Der Zuschauer der nicht “dabei war” sondern mit emotionalem Abstand die Bilder ansieht, sieht zwei Schildkröten – und fühlt sich spätestens bei der dritten Schildkröte (obwohl diese grad so lustig den Kopf streckt) selber so alt wie eine.

Und ganz am Schluss kommen die vorher selbst gesteckten Grenzen der Bilderanzahl ins Spiel: habe ich sowieso noch nicht die Grenze ausgeschöpft, dann kann ich halt doch mal ein sehenswertes “Duplikat” drinnen lassen. Liege ich dagegen sowieso schon über der Grenze, müssen halt leider selbst die Superstars bestimmter Szenarien draußen bleiben.

Zum Tooling noch kurz.

Ich nutze als große Bilderdatenbank zum verwalten, besternen, bearbeiten und entwickeln Adobe Photoshop Lightroom (im Gegensatz zu Photoshop bezahlbar ;)

Alternativen die das Besternen auch ermöglichen sind anscheinend nicht einfach zu finden (vielleicht noch XnView).

Daher bietet sich auch noch über einen kleinen Umweg Irfan View an: in den Einstellungen unter Dateihandling einstellen, dass das Kopieren automatisch in ein Unterverzeichnis (1 Stern, …, 5 Sterne) passiert. Beim Ansehen der Bilder dann einfach die F8-Taste drücken, und das aktuelle Bild landet in diesem Auswahl-Ordner. Nicht so schön wie Sterne zu vergeben, aber funktioniert.

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Völlig bescheuerte Überschrift

Wenn auf Spiegel Online aus diesem Zitat

Inhalt des SPON Artikels

Inhalt des SPON Artikels

auf einmal für die Überschrift dieses wird

Überschrift des SPON Artikels

Überschrift des SPON Artikels

dann war der Spiegel Online Praktikant wohl mal wieder zu scharf auf Klickzahlen für seinen neuen Artikel. Anders lässt sich diese Zitattransformation wohl nicht erklären.

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Tiefergelegte Zisterne

Den vielleicht größten Hammer unseres Hausbaus entdeckten wir erst vor ein paar Wochen bei der Gartenplanung: der Zisternendeckel ist verdammt hoch. Ein Nachmessen mit einer Schlauchwasserwaage brachte dann die traurige Gewissheit, dass unsere Zisterne 23 Zentimeter überhalb der Straßenkante liegt und somit fast 20 Zentimeter aus dem Pflaster der Carportfläche herausragen wird. Unparkbar.

Eine Alternative unseres Rohbauers wäre ein neuer, flacher (nicht konischer) Deckel. Dann müsste allerdings der Wasserfilter anstatt in der Zisterne selbst zu sitzen, extern verbuddelt werden. Außerdem stellt sich natürlich die Frage ob die konstruktionsbedingte geringere Tragkraft eine Befahrbarkeit zulässt.

Geeinigt haben wir uns dann auf die denkbar aufwändigste Lösung: dem Versetzen der Zisterne. Es sollen die 8.000 Liter Wasser abgepumpt, die Zisterne ausgebuddelt, per Autokran herausgehoben, das Loch um 20cm vertieft, die Zisterne wieder eingesetzt, die Kanalanschlüsse vertieft und angeschlossen werden.

Freilegen der Zisterne

Freilegen der Zisterne

Wie mailte unser Bauleiter so schön dazu: Manche haben einen tiefergelegten Manta oder Golf, Sie haben dann eben eine tiefergelegte Zisterne. Hat ja auch nicht jeder…

Tja, und wie das beim Bau so ist: zwei Tage vor dem Termin, alles war vorbereitet, Kran war bereits bestellt, ruft der Zisternenhersteller unseren Rohbauer an. Der Flachdeckel ermöglicht auf einmal doch einen internen Filter und die Befahrbarkeit ist selbst für Schwerlastverkehr sichergestellt. Lediglich ein Kanalanschluss muss etwas tiefer neu gebohrt werden.

Und so passierte es dann auch. Der obere Teil der Zisterne wurde vorsichtig freigelegt, der festbetonierte Deckel abgelöst und entfernt. Der Kanalanschluss wurde tiefer gebohrt (hierdurch verlieren wir tatsächlich ein paar hundert Liter Fassungsvolumen, bei ursprünglich aber 8.600 Litern aber vernachlässigbar) und alles wieder angeschlossen.

Der neue Flachdeckel schwebt ein

Der neue Flachdeckel schwebt ein

Der neue Deckel ist 40 Zentimeter flacher als der konische Deckel, daher wurden zum Schluss nochmal zwei Ausgleichsringe für der Gullideckel aufgesetzt. Jetzt kann fleißig gepflastert werden…

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Die dunkle Macht des Torfes

Ardbeg, das Apple der Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Was dem einen sein iPhone, ist des anderen sein Galileo. Doch was hat es damit auf sich?

Ardbeg ist mit 1.000.000 Litern jährlichem Produktionsvolumen eine der kleinsten Destillerien Schottlands. Inzwischen gehört sie dem Luxuskonzern LVMH was das Marketing wahrscheinlich extrem gepusht hat. Es werden wie bei Apple Begehrlichkeiten geweckt: jedes Jahr erscheint eine neue Abfüllung mit einem vielversprechendem Namen, geringer Auflage und hohem Preis. Das beworbene Produkt muss aber noch nicht mal besser sein als die Konkurrenz, die Anhänger werden trotzdem in Scharen mobilisiert.

Die neuen Abfüllungen haben einfach ein anderes Design, Namen und Hintergrundgeschichte. 2012 bezog sich die Edition auf ein wissenschaftliches(?) Experiment: da wurden von Ardbeg ein Schluck Whisky und Holzfass in den Weltraum hochgeschickt um deren Alterungsverhalten in der Schwerelosigkeit zu testen.

Sinnlos? Nicht so sinnlos wie anschließend einen unterdurchschnittlichen [1] Whisky rauszubringen, der Galileo heißt, eine sehr hübsche Packung hat (mit Laika, wie süß!) und sofort fast ausverkauft war [2].

Ardbeg Galileo Logo (Foto von ardbeg.com)

Ardbeg Galileo Logo (Foto von Ardbeg)

Doch je mehr man sich mit der Marke beschäftigt und in das torfige Dunkle des Ardbeguniversums eintaucht, desto schwieriger wird es, sich dieser Macht zu entziehen.

  • Altersangaben? Scheiß drauf. Name und passende Hintergrundgeschichte drücken den Charakter eines Whiskys viel besser aus.
  • Färben? Kein Bedarf. Der Torf wird auch durchsichtig sprechen schreien.
  • Filtern und Verdünnen? Nope. Du bekommst ungebändigten Islaywhisky in Fassstärke.

Das sind meine Eindrücke, nachdem ich für meine nächste Anschaffung recherchiert (im Netz, getrunken bisher lediglich Ardbeg Ten und Galileo) und mich entschieden habe: es wird tatsächlich ein Ardbeg werden, und zwar der wilde, ungebändigte Strudel Corryvreckan und nicht das dunkle, mystische Loch Uigeadail.

Mich überzeugte auch folgende, gekürzte, geniale Rezession des Corryvreckan:

Während die Flüssigkeit sich erwärmt, sprudelt und blubbert der brodelnde Kessel, und, kommt man langsam näher, riecht man einen Topf voll kraftstrotzendem, mit Cayenne Pfeffer gewürztem Steak und Austern, erstickt in scharfer Tabascosauce, die aus einer Mischung von tomatigem Rinderfond und Shrimp jambalaya auftauchen.
Auf dem Weg nach unten, trifft man einen Mund voll von schwarzem, teerigem Espresso, der den Gaumen überzieht mit reichhaltigen, schmelzenden dunklen Früchten, schwarzen Johannisbeeren, Heidelbeeren, Kirschen und dann Bittermandeln. [Quelle]

Jetzt muss ich erstmal beim Ardbeg Committee anmelden und warten bis ENDLICH der neue Ardbeg Ardbog kommt. DEN BRAUCH ICH UNBEDINGT!!!!!!!!!!!!!! (der hat so ein lustiges Mammut auf der Verpackung!)

Ardbeg Ardbog (Foto von http://www.ardbeg-whisky.ch/ardblog/)

Ardbeg Ardbog (Foto von Ardblog)

[1] siehe Bewertungen auf Whiskybase

[2] 36 Flaschen innerhalb von zwei Tagen bei meinem lokalen Händler. Die Restbestände erhält man jetzt im Netz für 140 bis 200 Euro pro Flasche.

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